Flüchtige Schadstoffe, Abbauprodukte von organischer Substanz (H 2 S, CO 2 , CH 4 ), geogenes CO 2 und Radon geben in vielen Fällen Auskunft über Altlasten oder/und bevorzugte Wegigkeiten. Der Gashaushalt im Boden wird außer vom Feuchtehaushalt und von Schwankungen des Grundwasserspiegels noch von Luftdruckschwankungen beeinflusst. Der Wasserhaushalt steht mit dem Bodenlufthaushalt in Wechselwirkung (Lösung und Ausgasung, Volumenänderungen durch Grundwasserschwankungen). Der Gastransport erfolgt diffusiv und zum Teil konvektiv (durch Differenzen von Dichte und Luftdruck). Das Wissen um diese Prozesse ist die Grundlage für die Entnahme von Gasproben.
Luft
Innerhalb eines Deponiekörpers erfolgt ein Abbau der organischen Bestandteile durch Mikroorganismen. Dabei handelt es sich um anaerob ablaufende Vorgänge wie Denitrifikation, Milch-, Butter- oder Ameisensäuregärung und die Methanogenese (Übertragung von Wasserstoff auf CO 2 was zur Bildung von Methan CH 4 führt).
Die wesentlichen Bestandteile des Deponiegases sind Methan und CO 2 , wobei das Verhältnis der beiden Komponenten vom Fortschritt des Abbauprozesses abhängig ist.
Die Gefährdung durch Methan liegt vor allem darin, dass in einer Konzentration zwischen 5 - 15 Vol % in Verbindung mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch ist. Da Methan ein Verdrängungsgas ist, ist bei hohen Konzentrationen akute Lebensgefahr durch Sauerstoffmangel gegeben. Es soll daher in gefährdeten Räumen (Keller, Schächte, etc. ) für ausreichende Lüftung gesorgt werden, vor allem nach oben, da Methan leichter als Luft ist.
CO 2 sammelt sich in Tiefpunkten von Räumen, da es schwerer als Luft ist. Das leicht säuerlich riechende CO 2 wirkt ausschließlich auf die Atmung. Es kommt zu Reizungen der Schleimhäute. Bei hohen Konzentrationen (> 10 % CO 2 ) kann es zu Lähmungen des Atemzentrums kommen was schließlich zum Tod führt.
Wasser
Das Schutzgut Wasser (Grundwasser) kann durch ungesicherte Ablagerungen in seinem Verwendungszweck (z. B. als Trinkwasser) stark beeinträchtigt sein. Die Gefährdung ist abhängig von der Art der abgelagerten Materialien und von der Mobilisierung der Schadstoffe durch endogene und exogene Wässer in denen toxische Gase gelöst sein können. Vorrangiges Ziel einer Sanierung oder Sicherung einer Deponie muss der Schutz des Wassers gegen Eintrag von Schadstoffen sein.
Bodenluftmessungen
Gasproben können an der Oberfläche, aus dafür hergestellten temporären Sondierlöchern oder Brunnen (Beobachtungsstellen) genommen werden. Es werden auch Gasprobenahmestellen mit mehreren horizontierten und gegeneinander abgedichteten Bereichen eingerichtet. Bei Absaugversuchen ist eine Möglichkeit zur Gasprobenahme möglichst am Brunnenkopf vorzusehen.


